Seit Monaten ist es geplant, seit Wochen beobachten wir fragend den täglichen Wetterbericht. Am Morgen des 6.9.2014 greifen dann Unmut und Verzweifelung um sich. Ein Blick aus dem Fenster: es regnet aus Kübeln, wie sollen wir unser Fest denn gestalten?

Immerhin gegen 10 Uhr lockert es auf, bei der Fahrt zum Fliegerhorst nur noch Tröpfeln und auf dem Flugplatz finden sich 5-6 der ewig Unerschrockenen und beginnen trotzig den Zeltaufbau. Wir haben das Fest geplant und wir führen es durch, komme was wolle, so unsere Devise.

Aber der Wettergott hat ein Einsehen, gegen 10.30 Uhr erste, sehr vereinzelte blaue Einrisse in der grauen Wolkendecke und dann ab 11.00 Uhr entwickelt sich langsam, aber stetig schönstes Hochsommerwetter. Ralph Müller und Ehefrau reisen aus Donaueschingen an, langsam füllt sich der Platz. Der Schwenker wird angeworfen, alle Anwesenden sind vom Vorstand zu freier Kost und Getränken eingeladen.


Das fliegerische Treiben beginnt, Peter Heidenz experimentiert mit dem neuen Vereinsschlepper, dem Primsfalken 1, Joachim Schu, der Oberflugleiter koordiniert den Flugbetrieb. Zunehmend füllt sich der Parkplatz, bis dann gegen 15 Uhr die Autos in 5er Reihen dastehen, auch Freunde aus benachbarten Vereinen — eigentlich ist es heute ein vereinsinterner Tag — kommen und werden freudig in die Gruppe der Fliegenden, Trinkenden und Speisenden aufgenommen.

Es entwickelt sich ein Flugplatzfest in bester Stimmung. Der Nachmittag nähert sich so langsam seinem Höhepunkt, dem von unserem Fliegerkameraden Ecki seit Monaten herbeigesehnten Fuchsjagd-Event. Ecki bindet an seine Flugmöhre — wie kann man nur einen so hässlichen Flieger besitzen — einen 15 m langen Schweif, startet und eine Horde von 5-10 oder sind gar 100 Hornissen folgt ihm mit kreischendem Methanolergejaule. Es dauert nicht lange, da hat Peter Michel mit seinem Teufelsdelta den Schweif gekappt. Ecki landet, ein neuer Schwanz wird montiert und wieder folgt die wilde Flieger GMBH der bunten Krähe. Dann schlägt Peter Heidenz mit seinem alten ausgedienten Funflyer zu und zwei Flugmodelle erleiden den Heldentod. Aber wer denkt, die Fuchsjagd wäre jetzt zu Ende, der täuscht sich, Ecki hat vorgesorgt und noch ein fliegendes Ungeheuer in Reserve. Die zweite Fuchsjagd beginnt, auch hier wird wieder der Schweif angeknabbert, diesmal ist es Joachim. Und dann in Richthofenmanier anschleichend, gelingt es dem Youngster Nils Gattau, von unten Eckis Möhre zu rammen und beide stürzen unter lautem Gejohle aller Anwesenden in die Tiefe. Die Fuchsjagd entwickelt sich zum echten Höhepunkt des Tages, wie man an der ausgelassenen Stimmung aller Modellbauinteressierten sowohl der Piloten als auch der Zuschauer sehen kann.

Gegen 18 Uhr treten dann die Ersten die Heimfahrt an, das Fest klingt langsam aus, um dann einem Ondit zufolge gegen 22 Uhr seinen letzten Gast zu verabschieden.

Mehrere Freunde des größten Clubs der Nachbarschaft waren von dem netten Miteinander und der positiven Stimmung im Kreise der Primsfalken so angetan, dass sie spontan ihren Eintritt in unserem Club konkret vollzogen, weitere kündigten ihren Übertritt an.

Der Clubvorstand freut sich! Die Vorbereitungen haben sich gelohnt, es bereitet Freude, zu den Primsfalken zu gehören.

Jürgen Rosenberger