Es ist eine Lust zu leben

Dieser Satz, man kann ihn in der Walpurgisnacht von Goethes Faust nachlesen, umschreibt recht passend den 1. Mai im Horst der Primsfalken – man traf sich zum Anfliegen und damit zur offiziellen Saisoneröffnung.

In den Wochen zuvor hatte der Oberfalke Vereinskollegen zu mehreren Arbeitseinsätzen „gebeten“. Das Ergebnis dieser Bemühungen kann sich sehen lassen:

Die Löcher sind weitgehend beseitigt, die keuchende, hämmernde, vibrierende und zudem sündhaft teure „Dampfwalze“ hat im positivsten Sinne ihre Spuren hinterlassen. Fazit: Die Landebahn befindet sich nun in einem Zustand wie seit Jahren nicht mehr, die Vereinsbude ist gerichtet und angestrichen. Man kann sich fortan mit Freude und Elan den schönen Dingen des Lebens – dem Fliegen – zuwenden.

Es ist der 1. Mai morgens 10.00 Uhr. Das Häuflein des harten Kerns hat sich bereits eingefunden. Das Vereinszelt wird von kundiger Hand aufgebaut. Meister Eckhard bringt seine Gulaschkanone in Stellung. Nach und nach tauchen weitere Mitglieder auf. Die zurückliegende Hexennacht zeigt halt ihre Spuren: „Ei wie brummt mir der Schädel, wie soll ich denn heute fliegen?“

Der Wind ist böig, kommt aber glücklicherweise vom Steinbruch, die Sonne scheint und zu aller Erleichterung, trotz manch vorbeiziehender Wolken, das Wetter wird Zug um Zug im Laufe des Tages besser.

So langsam beginnt der Flugbetrieb. Bruno – er hat immer die schönsten Flieger – packt einen  gekonnt gebauten Oldtimer und eine Schaumwaffel aus und eröffnet das Flugprogramm. Michael, der gefühlte Vereinsmeister, macht einen Werkstattflug mit der Cap des Oberfalken: „Boa, äh, hat der DA 85 Leistung!“

Unverkennbar, der Himmel füllt sich mit immer neuen Maschinen. Julian zeigt den erstaunten Anwesenden, was man mit einem Kleinsthubschrauber – Rotordurchmesser maximal 10 cm – alles machen kann.

Inzwischen ist es 11.00 Uhr. Der Flugtag wird offiziell mit einem fröhlichen Umtrunk – der Präsident zahlt die Getränke des Tages – eröffnet. Um die Mittagszeit liefert die Gulaschkanone Stück für Stück wohlschmeckende „Würstcher“ und natürlich Schwenker vom Feinsten. Mitgebrachte Salate verfeinern den Genuss. Man sitzt im Vereinszelt fröhlich lachend beisammen. Der Ehrenpräsident – er hat jahrzehntelang solche Events erfolgreich organisiert – widmet sich Freibier, Salaten und unterhält die holde Weiblichkeit.

Der Flugbetrieb gestaltet sich zu aller Zufriedenheit. Rolf, unser Top-Fotograf – wieso hat der schon wieder ein neues Objektiv – hält alles mit der Kamera fest. Inzwischen hat sich der Parkplatz bis zur Belastungsgrenze gefüllt. Es herrscht ein frohes Kommen und Gehen. Zur Freude der Veranstalter finden sich auch viele Ehefrauen und Freunde aus anderen Clubs ein. Es entwickelt sich eine entspannte, von Wohlwollen, Freude und Harmonie geprägte Stimmung.

Man fliegt, überwindet nach der langen Winterpause die anfängliche Flugangst, Kollegen helfen einander beim Setup wie z.B. der Motoreinstellung.

Peter M. – wo nimmt der nur die Geduld her – schult.

Es ist – wie eingangs erwähnt – „eine Lust zu leben“, so die Stimmung der Anwesenden. Am Ende des Tages sind 50 „Würstcher“, 30 Schwenker und jede Menge Salat und Kuchen in den Bäuchen der Anwesenden verschwunden.

Gegen 18.00 Uhr wird das Zelt abgebaut.

Die einhellige Meinung: Wir haben einen schönen 1. Mai verlebt.


Grüße vom Roten Baron.